FAQ

„Wie läuft die Meditation in der U-Bahn ab?“

Wir steigen gemeinsam in die U-Bahn ein und nehmen Platz (sitzend oder stehend). Wenn die U-Bahn los fährt, schließen wir die Augen und jeder meditiert in Stille für sich die ganze Strecke lang bis zur Endstation.

„Ich kann nicht meditieren. Wie kann ich da mitmachen?“

Meditieren ist für den Anfang eine Übung um selber zur Ruhe zu kommen.

Versuche deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem zu richten. Beobachte wie sich deine Bauchdecke hebt, wenn du einatmest und wie sie sich senkt, wenn du ausatmest. Wenn du merkst, dass nach kurzer Zeit deine Aufmerksamkeit nicht mehr beim Atem sondern bei einem Gedanken oder einer Sinneswahrnehmung ist, bringe deine Aufmerksamkeit einfach sanft zurück zum Atem.

Noch ein Tipp: du kannst jederzeit ein paar bewusste tiefe Atemzüge machen, wenn du merkst, dass deine Aufmerksamkeit weg driftet.

So kannst du die ganze U-Bahnfahrt üben und du wirst sehen, wie angenehm plötzlich so eine Fahrt sein kann.

„Warum soll ich in der U-Bahn meditieren, es ist doch viel zu laut?“

Der Lärm kann störend sein, muss er aber nicht.

In der U-Bahn übe ich mit der Meditation in Gelassenheit zu sein. Diese „innere Stille“ stellt sich ein, wenn ich meinen inneren Widerstand gegen den äußeren Lärm aufgebe und ihn so annehme wie er ist.

Je mehr ich den Lärm annehme, desto weniger stört er mich. Probiere aus und schau ob das auch für dich so ist.

5 Gedanken zu “FAQ

  1. Netten Vormittag,
    ich war beim Lesen zuerst sehr angetan. Als das erste Feuer sank , war ich dann im Zweifel, ob ich zur High-Zeit, wenn die U.Bahn voll mit Aggression und angestauten Tagesimpressionen ist, mich den Leuten zur Verfügung stelle.
    Für Sensible ist der Geruch und die Ausschüttung der Gehirnhormone spürbar und da würde vielleicht eine mündliche Ansprache oder das Ablegen von Flugzetteln (ich lasse manchmal Folder oder Zeitungsausschnitte in den öffentlichen Linien liegen) sinnvoller sein.
    Vielleicht denken die Leute bei dieser „spirituellen Performance“ nur gar nix, denn wer von innen her zur Spiritualität geht, meditiert von sich aus und weiss wie viel Arbeit auch dahinter steckt. Also mag ich nicht der Clown werden oder Zwangsaufklärer über Geheimwissen.
    Soweit meine Meinung, freundliche Grüsse Elke Spiess

    • danke elke für deinen beitrag!
      ich sehe es so, wenn ich in der ubahn meditiere dann schaffe ich mit meiner präsenz ein lokales energiefeld.
      in dieses kann ich zuflucht nehmen und muss mich nicht der negativen energie wie von dir beschrieben aussetzen.
      wie ein grünes pflänzchen, das mitten am gehsteig rauswächst und wirkt, so sehe ich dieses (innere) stillwerden mitten im ubahn-lärm.
      ohne aufklären, ohne flugzetteln, ohne postkarten, einfach nur präsenz (im meditieren).
      ich verstehe auch, dass das in der ubahn nicht für alle passend ist.
      da ich viel in der ubahn und öffentlich unterwegs bin, nutze ich diese räume einfach als zusätzliches übungsfeld zu meiner praxis zuhause.
      herzliche grüsse, shaohui

      • Nach drei gemeinsamen U- Bahn Meditationen ertappte ich mich immer öfter, dass ich auch meditiere, wenn ich alleine mit Öffis unterwegs bin. Vielen, vielen Dank für deinen sanften“Stubser“.
        Ganz herzliche Grüße,
        Rainer

      • Hallo, ich lese jetzt- ein Jahr und 1 Monat später die Antwort.
        Das U-Bahn – Fahren und in öffentlichen Verkehrsmitteln – ich bin ausschließlich öffentlich unterwegs- hat ein buntes Spektrum an Möglichkeiten des Erlebens. Je nach Tageszeit und Temperatur. Da ich selbst ohne Handy unterwegs bin, ist auch diese Quelle hochgradig wichtig.
        Des weiteren der Zustand des Selbstbefindens (aufgelöst, ichlöchrig oder gerade zufrieden, erfreut und ichganz. ) Dies alles sind Erfahrungswerte- buchfüllend- so ferne man als Beobachter unterwegs ist, sich nicht mit Handy oder Kopfhörer absentiert.
        Wenn man also alles kontrolliert, setzt man sich hin oder steht und fliesst mit den anderen im Strom- im Geruch- im Lärm- in privaten Handygesprächen- in nackten Sommerkörpern- auf klebrigen Sitzen ——- der Mitfluss ist das totale Meditationserlebnis- mitfließen- loslassen- wegschwimmen lassen- mitfließen- loslassen- mitfließen- loslassen- —-sich immateriell hinausspülen- wenn die Station da ist——–bitte ausprobieren.

  2. Hallo !

    Danke lieber Shaohui und Kathrin für die Seite!

    Zur Meditation in der U-Bahn: ich meditiere jetzt seit etwa einem halben jahr auf dem weg und vom Weg zur Arbeit. Also über eine Stunde pro Wochentag.

    Hier meine Tipps: Gehörschutz (Soundsaver pro) hilft mir, manchmal auch Kopfhörer darüber. Die Ohrenstöpsel helfen mir zusätzlich, meinen Atem zu hören auch wenn ich ruhig atme. Wenn ich gehe, gehe ich langsam und achtsam, weil ich meine Schritte besser höre. Wenn ich spät dran bin oder die U-bahn gerade wegfährt – gehe ich halb so schnell und schmunzle über meinen inneren Drang. Keine Sorge: es ist so laut in der U-Bahn, dass man auch mit maximalen Schutz wirklich alles hört, Ansagen, Leute neben einem, usw…

    Die Brille nehme ich oft ab, achte nur auf Lichtveränderungen, Sonnenschein, schließe die Augen.

    Ein Lächeln kultivieren, leicht beim Meditieren lächeln – das wirkt Wunder, hilft, in eine gute Stimmung zu kommen. Gleichzeitig weiß ich, wenn ich nicht lächeln kann: jetzt passt etwas nicht, jetzt nehme ich etwas grad sehr ernst, bin traurig, bin müde.
    Das Lächeln in der u-Bahn wird meist nicht beachtet, fällt aber nicht negativ auf, wie ich befürchtet hatte. Es sensitiviert aber für andere lächelnde Menschen, steckt zuweilen an, verändert die Wahrnehmung und bes. die eigene Stimmung sehr. Atemmeditation mit leichtem Lächeln ist mein Mittel der Wahl um upekka, mudita und metta zu kultivieren, und es funktioniert immer öfter.

    Die U-Bahnfahrt ist nun fast das Highlight meines Tages, ein Ort des Rückzuges und des Erholens, wie im Urlaub. Ich komme entspannt in die Arbeit, mache mir keinen Stress, arbeite lustigerweise ca 1/3 mehr. Eine Uhr brauche ich nicht mehr.

    Meine Lieblingsmeditation geht in etwa so: beim einatmen „annehmen“ denken, beim ausatmen „loslassen“. Annehmen kann man die gemeinsame Luft, die man atmet, das gemeinsame Schicksal in diesem Moment U-Bahn zu fahren, …. – loslassen kann man bestenfalls alles, was von besonderer Wichtigkeit erscheint, also wichtiger als die eigene Person, Gesundheit, … ist. In Wahrheit ist nichts wichtiger als die eigene Gesundheit, Wohlbefinden, Entspannung, sie ist der Grundstein um sich um andere zu kümmern.

    Zum Abschluss: ich wünsche euch viel Gelingen beim Meditieren, viell kann jmd mit den Tipps was anfangen, viell habt ihr ganz andere Methoden oder Herangehensweisen. Einfach probieren. Ein satz von Thich Nhat Hanh kommt mir immer wieder: IM HIER UND JETZT ZUHAUSE SEIN (in der U-Bahn zuhause sein; in meinem Körper zuhause sein; im aktuellen Zustand zuhause sein. )

    alles liebe!
    Philipp

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